Risiken bewerten

Hochwasserrisikobewertungskarten

Die vom Land Baden-Württemberg erstellten Risikobewertungskarten ermöglichen den Kommunen und anderen Akteuren, bestehende Risiken durch Hochwasser nicht nur zu erkennen, sondern auch einzustufen. Die Kommunen erhalten damit wichtige Anhaltspunkte für die Dringlichkeit einzelner Maßnahmen und insbesondere für ihre Krisenmanagementplanung. Sie können alle in den Karten und in den sogenannten verbalen Risikobeschreibungen enthaltenen Informationen in ihrer Risikoanalyse ergänzen und vertiefen.

Die Risikobewertungskarten enthalten Schlussfolgerungen aus den Hochwassergefahren und -risikokarten sowie den Hochwasserrisikosteckbriefen. Sie beschreiben und bewerten für jedes Projektgebiet die Risiken für die vier Schutzgüter. Dargestellt sind:

Zu ersehen sind die Risiken, die für diese Schutzgüter bei einem Extremhochwasser (HQextrem) bestehen. Sie werden in drei Risikostufen bewertet. Damit sind räumliche Risikoschwerpunkte ablesbar. Die Anschlaglinien der maximalen Ausbreitungen bei einem 10-jährlichen (HQ10) und einem 100-jährlichen (HQ100) Hochwasser sind ebenfalls dargestellt. Flächen, bei denen keines der Schutzgüter explizit betroffen ist und daher die Risiken gering sind, werden als „weitere überflutete Flächen“ dargestellt. Dazu gehören beispielsweise landwirtschaftliche Flächen und Wälder. Unter „weitere bewertbare Risiken“ werden Flächen dargestellt, die in der Gefahrenkartierung nicht berechnet werden können, auf denen aber in der Vergangenheit Hochwasser entstanden sind. So können zum Beispiel auch Risiken durch Hangwasser und Kanalentlastungen erfasst werden.

Verbale Risikobeschreibung

Im Maßnahmenbericht zu einem Projektgebiet werden im Kapitel 3 die Hochwassergefahren und die Hochwasserrisiken für die vier Schutzgüter in dem jeweiligen Projektgebiet beschrieben. Aufgeführt sind dabei Kommunen mit großen und mittleren Risiken für die menschliche Gesundheit bei HQ10 , HQ100 und HQextrem sowie alle relevanten IE-Betriebe, Natura 2000-Gebiete, Wasserschutzgebiete und Kulturgüter. Zur Unterstützung der Maßnahmenplanung und -umsetzung erhält jede Kommune eine eigene verbale Risikobeschreibung und Zusammenstellung der Maßnahmen (Anhang III des Maßnahmenberichts). Außer den Hochwasserrisiken für die vier Schutzgüter werden auch räumliche Risikoschwerpunkte aufgelistet.

Anwendung für Bürgerinnen und Bürger

Für Bürgerinnen und Bürger sind die Hochwasserrisikokarten und Steckbriefe im Gegensatz zu den Gefahrenkarten nicht unmittelbar relevant und haben keine eigenständige Rechtswirkung. Bürgerinnen und Bürger, die sich über die Gefahren vor Ort informieren wollen, finden diese Informationen in den Gefahrenkarten.

Die Risikobewertung bzw. verbale Beschreibung für ein Gemeindegebiet kann über die Hochwasserrisikomanagement-Abfrage abgerufen werden. Dazu sind folgende vier Schritte erforderlich:

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