Bauvorsorge

HOCHWASSERRISIKEN VERMINDERN UND VERHINDERN 16.08.2021

Drei Strategien für hochwasserangepasstes Bauen

Beim Bauen in hochwassergefährdeten Gebieten (, ) gelten besondere Verbote und Anforderungen. Durch hochwasserangepasstes Bauen beugen Sie Schäden am eigenen Haus vor und verringern das Hochwasserrisiko. Dabei können Sie drei Strategien verfolgen.

Was bedeutet hochwasserangepasstes Bauen?

Hochwasserangepasstes Bauen ist dann notwendig, wenn ein – bebautes oder unbebautes – Grundstück bei Hochwasser überflutet wird. Ob und wie sehr Ihr Grundstück von einem Hochwasser betroffen ist, geht aus den Hochwassergefahrenkarten des Landes Baden-Württemberg hervor.

Dabei gilt: In Überschwemmungsgebieten () dürfen Sie grundsätzlich nicht bauen. In Gebieten, die (erst) von einem extremen Ereignis () betroffen sind, ist dies dagegen prinzipiell möglich. Voraussetzung ist aber, dass Sie einige Regeln beachten, um Hochwasserschäden zu vermindern und den Hochwasserabfluss und die Hochwasserrückhaltung zu sichern.

Sie sollten Ihr Gebäude und dessen Nutzung an das Hochwasserrisiko anpassen. Mit den drei Strategien „Ausweichen“, „Widerstehen“ und „Nachgeben“ können Sie Hochwasserschäden reduzieren oder eventuell ganz verhindern.

Strategie 1: Weichen Sie dem Hochwasser aus 

Die Strategie „Ausweichen“ des hochwasserangepassten Bauens ist die gesetzlich vorgeschriebene erste Wahl. Sie zielt darauf ab, Gebäude oder hochwassersensible Nutzungen (wie Heizungen oder Stromkästen) außerhalb der Gefahrenzone zu platzieren. Zu ihr gehören Maßnahmen, wie:

  • ein Standort außerhalb der Gefahrenzone,
  • eine Anpassung der Höhenlage (zum Beispiel durch ein Haus auf Stelzen),
  • ein Haus ohne Keller,
  • eine Verlagerung von wasserempfindlichen Nutzungen (zum Beispiel Heizung oder Stromkasten) in höhere Stockwerke.

Strategie 2: Widerstehen Sie dem Hochwasser

Mit der Strategie „Widerstehen“ des hochwasserangepassten Bauens verhindern Sie, dass Wasser in Ihr Haus eindringt. Dabei müssen Sie während der Baukonstruktion Vorkehrungen treffen beziehungsweise Bestandsgebäude nachrüsten. Die Möglichkeiten umfassen Maßnahmen zum Schutz vor:

  • Oberflächenwasser (zum Beispiel Wassersperren außerhalb eines Gebäudes oder Abdichtungen)
  • Grundwasser (zum Beispiel „Weiße Wanne“ oder „Schwarze Wanne“ )
  • Rückstau aus der Kanalisation (zum Beispiel Einbau von Absperrschiebern und Rückstauklappen)
  • Auftrieb
  • Unterspülung

Strategie 3: Geben Sie dem Hochwasser nach

Mit der Strategie „Nachgeben“ des hochwasserangepassten Bauens nehmen Sie in Kauf, dass Ihr Haus bei Hochwasser eventuell (teilweise) geflutet wird. Dies ist nötig, wenn der Wasserdruck die Bodenplatte oder Teile Ihres Hauses zerstören könnte. Wichtige Bausteine dieser Strategie sind:

  • Auswahl geeigneter Baustoffe
  • hochwasserangepasste Raumnutzung
  • hochwasserangepasste Elektroinstallation und Heizungsanlage