Vorsorge

Vor dem Hochwasser

Polder Bellenkopf mit Dammlinien (© Regierungspräsidium Karlsruhe)
Quelle: Regierungspräsidium Karlsruhe

Maßnahmen des Hochwasserrisikomanagements

Kommunen spielen im Hochwasserrisikomanagement eine Schlüsselrolle: Sie müssen auf ein mögliches Hochwasserereignis vorbereitet sein, um Menschenleben zu retten und materielle Schäden zu vermeiden. Aber Hochwasserrisikomanagement ist eine Querschnittsaufgabe: Akteure aus unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen stehen in der Verantwortung und müssen oft über Verwaltungsgrenzen hinweg handeln.

In den Hochwasserrisikomanagementplänen sind die erforderlichen Maßnahmen akteurs- und kommunenscharf auf die einzelnen Verantwortungsbereiche zugeschnitten. Die Pläne bieten den Kommunen einen Handlungsleitfaden, mit dem sie in der Lage sind, ihrer Für- und Vorsorgepflicht nachzukommen. Die Bandbreite der Maßnahmen reicht von der Bauleitplanung über die wasserwirtschaftlichen Aufgaben und die Gefahrenabwehr bis hin zur Öffentlichkeitarbeitsarbeit. Nur durch die effektive Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure gelingt es, Hochwasserrisiken zu vermindern. Viele Maßnahmen des Hochwasserrisikomanagements sind Daueraufgaben, die fest in den kommunalen Alltag verankert sein müssen.

Information ist die Grundlage

Die Grundlage für jede Maßnahme ist gute Information. Mit den erstellten Hochwassergefahren- und -risikokarten können Städte und Gemeinden die Risiken durch Hochwasser konkret einschätzen. Die Gefahrenkarten stellen die Ausdehnung und Tiefe möglicher Hochwasser dar, die Risikokarten die betroffenen Nutzungen.

Bauleitplanung

Es ist die Aufgabe der Kommunen, die Siedlungsentwicklung so zu gestalten, dass neue Risiken durch Hochwasser verhindert und bestehende reduziert werden. Dazu zählt der Rückhalt von Wasser in der Fläche ebenso wie der Verzicht auf neue Bebauung in hochwassergefährdeten Bereichen. Den Kommunen stehen dazu der Flächennutzungsplan (vorbereitender Bauleitplan) und der Bebauungsplan (verbindlicher Bauleitplan) zur Verfügung.

Technischer Hochwasserschutz

Durch die Förderrichtlinien Wasserwirtschaft können Kommunen für ihren technischen Hochwasserschutz vom Land eine Förderung von bis zu 70 Prozent erhalten. Absoluten Schutz können diese Einrichtungen allerdings nicht gewährleisten – beispielsweise wenn ein Deich bricht oder ein Extremhochwasser auftritt. Der technisch-infrastrukturelle Hochwasserschutz ist daher ein wichtiger Baustein, jedoch nicht die alleinige Strategie für den Umgang mit Hochwasser.