Hochwasservorsorge

VORSORGE 16.08.2021

Vor dem Hochwasser

Eine solide Informationsbasis, hochwasserangepasste Siedlungsentwicklung und technischer Hochwasserschutz minimieren Hochwasserrisiken in Ihrer Kommune.

Kommunen spielen im Umgang mit Hochwasserrisiken eine Schlüsselrolle: Sie müssen auf ein mögliches Hochwasserereignis vorbereitet sein, um Menschenleben zu retten und materielle Schäden zu vermeiden. Aber der Umgang mit Hochwasserrisiken ist eine Querschnittsaufgabe: Beteiligte aus unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen stehen in der Verantwortung und müssen oft über Verwaltungsgrenzen hinweg handeln.

Welche Maßnahmen werden ergriffen?

In den Maßnahmenberichten sind für jede Kommune das Hochwasserrisiko und die daraus abgeleiteten Maßnahmen gegen Hochwasser beschrieben. Zu jeder Maßnahme ist angegeben, wer sie durchführt und bis wann sie durchgeführt werden soll.

Die Bandbreite reicht von der über die wasserwirtschaftlichen Aufgaben und die Gefahrenabwehr bis hin zur Öffentlichkeitsarbeit.

Viele Maßnahmen sind Daueraufgaben, die fest in den kommunalen Alltag verankert sein müssen.

Maßnahmenbericht pro Gemeindegebiet

Den Maßnahmenbericht Ihrer Gemeinde können Sie online abrufen.

Auch im verwaltungsinternen Fachinformationssystem Hochwasserrisikomanagement können Kommunen die Maßnahmen und den Umsetzungsstand in der Maßnahmen-Ampel einsehen.

Gefahren und Risiken durch Hochwasser kennen und Betroffene informieren

Die Grundlage für jede Maßnahme ist gute Information. Mit den Hochwassergefahren- und -risikokarten können Städte und Gemeinden die Risiken durch Hochwasser konkret einschätzen. Die Gefahrenkarten stellen die Ausdehnung und Tiefe möglicher Hochwasser dar, die Risikokarten die betroffenen Nutzungen.

Mithilfe der Karten informieren die Kommunen Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen, inwieweit diese betroffen sein könnten. Dabei ist auch die Beratung zur Eigenvorsorge bedeutend. Nur dann können die Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen die richtigen Maßnahmen zur Eigenvorsorge ergreifen und mit dem Hochwasserrisiko umgehen.

Hochwasserschutz in der Bauleitplanung

Es ist die Aufgabe der Kommunen, die Siedlungsentwicklung so zu gestalten, dass neue Risiken durch Hochwasser verhindert und bestehende reduziert werden. Dazu zählt das Wasser in der Fläche zurückzuhalten ebenso wie auf neue Bebauung in hochwassergefährdeten Bereichen zu verzichten. Das können Kommunen im (vorbereitender ) und im (verbindlicher ) festlegen.

Technischer Hochwasserschutz

Der technisch-infrastrukturelle Hochwasserschutz ist ein wichtiger Baustein, jedoch nicht die alleinige Strategie für den Umgang mit Hochwasser. Absoluten Schutz können die Anlagen nicht gewährleisten – beispielsweise wenn ein Deich bricht oder ein Extremhochwasser auftritt.

Vor dem technischen Hochwasserschutz sollten andere Maßnahmen, wie beispielsweise die Information der Bevölkerung oder die bereits umgesetzt sein. Diese sind in der Regel schneller umgesetzt und kostengünstiger.

Nur wenn sie nicht ausreichen, das Hochwasserrisiko auf ein akzeptables Maß zu verringern, ist zusätzlicher technischer Hochwasserschutz sinnvoll und notwendig. Durch die Förderrichtlinien Wasserwirtschaft können Kommunen für ihren technischen Hochwasserschutz vom Land eine Förderung von bis zu 70 Prozent erhalten. Voraussetzung ist, dass der Nutzen im Gegensatz zu den Kosten überwiegt.

Wie wird die Umsetzung der Maßnahmen unterstützt?

Die von der WBW Fortbildungsgesellschaft organisierten Hochwasserpartnerschaften bringen Kommunen, Fachverwaltung und Institutionen zusammen. Dort wird über aktuelle Themen der Hochwasservorsorge informiert, es werden Erfahrungen ausgetauscht und die Kommunen vernetzen sich miteinander.

Weitere Informationen

Im Bereich „Detailinformationen zu den Maßnahmen“ finden Sie alle Maßnahmen zum Umgang mit Hochwasserrisiken. Zu jeder Maßnahme sind hier die wichtigsten Informationen und Publikationen verlinkt, die Sie bei der Maßnahmenumsetzung unterstützen.

Weitere Informationen

Neben der Vielzahl an Materialien und Publikationen auf dieser Internetseite finden Sie weiteres Material im verwaltungsinternen Fachinformationssystem Hochwasserrisikomanagement. Dort erwartet Sie unter anderem

  • die Maßnahmen-Ampel, in der Sie die Dokumentation des Umsetzungsstands der Maßnahmen in Ihrer Kommune einsehen können,
  • eine Medienbibliothek, in der Bilder und Videos zur Verfügung stehen, die Sie für Ihre Öffentlichkeitsarbeit nutzen können,
  • eine Praxisbeispielbibliothek, in der Beispiele anderer Kommunen zum Starkregenrisikomanagement verlinkt sind, wie zum Beispiel die kommunalen Handlungskonzepte und eine Auswahl bereits umgesetzter Maßnahmen.

Weitere Informationen

Vertreter von Kommunen berichten, mit welchen individuellen Problemen sie sich bei der Umsetzung einzelner Maßnahmen aus dem Katalog des Hochwasserrisikomanagements konfrontiert sahen. Erfahren Sie, wie sie die Herausforderungen bewältigt haben, wie die Öffentlichkeit auf die Arbeitsschritte reagiert hat und was sich nachhaltig verändert hat.

Weitere Informationen