Hochwasserentstehung

Wasserrückhalt in der Fläche

Hochwasser überschwemmt eine Grünfläche (©ruzi/Fotolia.com)
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Wasserrückhalt in der Fläche der Einzugsgebiete und auch in den kleinen Gewässerauen kann die Entstehung von Hochwasser vermindern.

Auf sogenannten Retentionsräumen (= Flächen für den Wasserrückhalt) kann sich das Hochwasser ausbreiten und ansammeln oder der Niederschlag wird in versickerungsfähigen Böden zwischengespeichert.

Extreme Hochwasser in größeren Flüssen entstehen erst, wenn die natürlichen Wasserspeicher weitgehend gefüllt sind. Oberstes Ziel muss es daher sein, möglichst viel Wasser möglichst lange in der Fläche zu halten. Deshalb ist es wichtig naturnahe Gewässer und Auen zu schaffen und wiederherzustellen. Außerdem kann die Land- und Forstwirtschaft einen wichtigen Beitrag zum Wasserrückhalt leisten.

Angepasste Land- und Forstwirtschaft

Land- und Forstwirtschaft können durch eine angepasste Bewirtschaftung den Wasserrückhalt in der Fläche stärken und damit die Hochwassergefahr verringern und Erosion vermeiden. Dies erreicht man beispielsweise durch Grünlandbewirtschaftung oder eine konservierende Bodenbearbeitung wie Mulch- bzw. Direktsaat.

Aber auch eine veränderte Bodenbearbeitung kann zum Wasserrückhalt beitragen. Wenn Äcker in Hanglage beispielsweise hangparallel gepflügt werden, kann das Wasser besser in den Furchen versickern, die andernfalls zu „Schussrinnen“ werden können. Dasselbe gilt für den Wegebau: Werden die Gräben an den Seiten der Wege in ausreichenden Abständen durch Mulden erweitert, versickert das Wasser in der Breite, anstatt schnell durch die Gräben abzufließen und schlimmstenfalls in einer Ortschaft Schäden anzurichten.

Auch Gewässerrandstreifen tragen dazu bei, dass die Gewässer genügend Entwicklungsraum haben, den sie für einen guten ökologischen und naturnahen Zustand brauchen und der wiederum dem Wasserrückhalt in der Fläche dient.

Naturschutz und Hochwasser

Auch wenn Natura-2000 Maßnahmenpläne nicht explizit auf die Reduktion des Hochwasserrisikos ausgerichtet sind, verbessern sie doch häufig den natürlichen Wasserrückhalt in der Fläche und an den Gewässern, zum Beispiel wenn Bäche renaturiert werden. An anderer Stelle gehen Hochwasserrisikomanagement und Naturschutz ebenfalls Hand in Hand. Nämlich dann, wenn Hochwasserrisiken für Tier- und Pflanzenarten durch geeignete Maßnahmen vermieden werden.