Vorsorge

Vor dem Hochwasser

Abdichtung einer Tiefgarageneinfahrt

 

Eine Hochwassersituation kommt meist schneller als Sie glauben! Ist Ihr Unternehmen betroffen, kann der Schaden – insbesondere durch den Betriebsausfall – schnell existenzbedrohend werden.

Durch das novellierte Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und das novellierte Wassergesetz Baden-Württemberg (WG) hat sich die Rechtslage zur Haftung für Unternehmer und Manager im Hinblick auf den Eintritt von Hochwasser seit Anfang 2014 verändert. Es ist daher anzuraten, Verantwortlichkeiten und Haftungsrisiken zu prüfen.

Besondere Sorgfalt gilt für Betriebe, die unter die Regelungen der IE-Richtlinie bzw. der Störfallverordnung fallen oder mit wassergefährdenden Stoffen umgehen. Diese müssen Vorsorge dafür treffen, dass bei Hochwasser keine zusätzlichen Risiken für Menschen und Umwelt entstehen.

Hochwasserrisiken sind vielfältig, mit betrieblichen Risiken verzahnt und betreffen unter anderem die Themen Arbeitsschutz, Lieferketten, Schutz der Umwelt und technisches Sicherheitsmanagement. Das Hochwasserrisiko muss daher ein fester Bestandteil jedes unternehmerischen Risikoportfolios sein und regelmäßig überprüft werden. Risikomanagement ist Ihre Aufgabe.

Schritte zum betrieblichen Hochwasserrisikomanagement

Durch die Hochwassergefahrenkarten (HWGK) liegen die entsprechenden Informationen zur Gefahrenlage und den Risiken durch Hochwasser für Baden-Württemberg vor. Tritt in diesen Gebieten der Hochwasserfall ein, können sich betroffene Unternehmen nicht auf fehlende Informationen berufen. Einen hundertprozentigen Schutz vor Hochwasser gibt es nicht. Auch wenn Ihr Betrieb durch eine Hochwasserschutzanlage (z. B. Deich, Schutzmauer, Rückhaltebecken) geschützt ist, verbleibt ein Risiko.

Bedenken Sie auch die indirekten Schäden, z. B. durch den Ausfall der Energie- und Wasserversorgung oder von Kläranlagen.

Durch dauerhafte (z. B. Eindeichung, Anheben des Geländeniveaus) oder/und temporäre, mobile Maßnahmen (z. B. automatische und teilautomatische Hochwasserschutzsysteme, Sandsäcke, Stellwände)

Wichtig: Planen Sie den Einsatz von Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen für Ihr Unternehmen nicht ohne Absprachen ein! Die Hilfskräfte werden bei Hochwasser an vielen Stellen gebraucht und die Rettung von Menschenleben hat immer Priorität! Koordinieren Sie Ihre Krisenmanagementplanung mit der Kommune, um im Hochwasserfall eine effektive Zusammenarbeit sicherzustellen.

In manchen Fällen ist es nicht möglich, das Eintreten von Wasser durch Schutzeinrichtungen zu verhindern, z. B. wenn die Vorwarnzeit zu kurz ist (Starkregen) oder die Schutzanlagen überflutet oder beschädigt werden. In anderen Fällen – zum Beispiel bei Lagerflächen im Freien – ist es wirtschaftlich nicht vertretbar. Daher müssen immer auch Vorkehrungen für den Fall getroffen werden, dass Betriebsbereiche überflutet werden. Dann ist dafür zu sorgen, dass Risiken für Menschen und Umwelt sowie der wirtschaftliche Schaden minimiert werden, indem alle gesundheits- und umweltgefährdenden Stoffe und die betrieblich relevanten Anlagen außerhalb des betroffenen Bereichs untergebracht oder hochwassersicher installiert werden.
Im Fall eines Hochwassers muss alles schnell gehen. Daher ist wichtig, die möglichen Gefahren vorab zu durchdenken, Vorsorgemaßnahmen umzusetzen und Abläufe und Zuständigkeiten für den Hochwasserfall zu klären.
Informieren Sie sich bei Ihrem Versicherer, wie Sie sich gegen Hochwasserschäden finanziell absichern können oder bilden Sie finanzielle Rücklagen.